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SYNERGIEN – Rhea Thönges-Stringaris und Joseph Beuys in Kassel

Dr. Rhea Tönges-Stringaris bei den Dreharbeiten | © Jörg Sperling und documenta archiv

Zwischen 1972 und 1986 erlebte Joseph Beuys eine Zeit, in der sein Bekanntheitsgrad ständig wuchs und seine Kunst immer mehr Strahlkraft entwickelte. Genau in dieser Zeit gedieh auch die Zusammenarbeit zwischen der in Kassel lebenden Kunsthistorikerin und Archäologin Rhea Thönges-Stringaris und dem Künstler. Sie begegneten sich auf der documenta 5 im Büro für direkte Demokratie und wurden Freunde. Sie teilten die Suche nach dem dritten Weg – einer Gesellschaftsordnung jenseits von Kapitalismus und Kommunismus, gründeten die Außenstelle der Free International University (FIU) in Kassel, diskutierten und stritten mit Intellektuellen wie Ernst Ulrich von Weizsäcker, Rudi Dutschke, Rudolf Bahro, Urs Jaeggi, Petra Kelly und vielen anderen.

Rhea Thönges-Stringaris war Beraterin – nicht nur als profunde Kennerin der griechischen Mythologie – sie war Organisatorin, Seelenverwandte. Sie begleitete und unterstützte den Düsseldorfer Kunstprofessor Beuys in seinem juristischen Kampf gegen die fristlose Kündigung, warb um Spenden für die FIU, suchte einen Steinbruch für die Basaltstelen bei den Baumpflanzungen für das Projekt 7000 Eichen, begrub mit Beuys einen toten Hasen in ihrem Garten. In mehreren Interviews schildert Rhea Thönges-Stringaris, die heute 87 Jahre alt ist, ihre Erlebnisse mit Joseph Beuys. Sie zeigt uns ihre Sicht auf den Künstler und Menschen, ermöglicht eine Annäherung. Ergänzt um historische Aufnahmen zeichnen wir Stationen von Beuys´ Wirken in Kassel nach.

Der Film SYNERGIEN von Elke Bockhorst und Jörg Sperling (documenta forum) hat eine Länge von rund 30 Minuten und wurde Ende April fertiggestellt. Er wird im Jahr von Beuys´ 100. Geburtstag in einer Ausstellung am Pferdemarkt – Ausgangspunkt des Projektes 7000 Eichen – und anschließend im documenta Archiv zu sehen sein.

Gefördert von der Hessischen Kulturstiftung


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